Im Rahmen eines Projektes sollten mehrere Novell Netware-Server mit Backuppc gesichert werden. Hierzu gibt es leider keinerlei Anleitung im Internet. Daher möchte ich hier mal meine veröffentlichen:
Folgende Konfiguration muss in Backuppc vorgenommen werden:
XferMethod = rsyncd
ClientCharset = cp850
RsyncShareName = SYS, DATA, …
RsyncAuthRequired = NO
RsyncArgs = –numeric-ids –perms –owner –group -D –times –block-size=2048 –recursive
Hierbei muss man beachten, dass man den richtigen Charset einträgt. Standard ist wohl cp850 – kann jedoch bei manchen Systemen auch anders sein. Bei RsyncShareName trägt man beliebige Namen ein (je nachdem, was man gleich im rsyncd auf dem Netware-Server konfiguriert). Wichtig ist auch RsyncArgs anzupassen, da es mit den Standardeinstellungen von BackupPC nicht läuft.
Folgende Konfiguration muss auf dem Netware-Server vorgenommen werden:
Man benötigt z.B. von einer CD die Datei NW65SP5\nw65sp5\PRODUCTS\RSYNCSRV\RSYNC.ZIP
Beim Entpacken werden folgende Ordner angelegt: login, rsync, system:
\rsync\login
\rsync\rsync
\rsync\system
\rsync\login\status_normal.gif
\rsync\login\status_stop.gif
\rsync\rsync\rsync.nlm
\rsync\rsync\rsyncd.motd
\rsync\rsync\rsyncdn.nlm
\rsync\rsync\rsyncst.nlm
\rsync\system\livefile.nlm
\rsync\system\nls
\rsync\system\rsyncnrm.nlm
\rsync\system\rsyncprs.nlm
\rsync\system\nls\12
\rsync\system\nls\13
\rsync\system\nls\4
\rsync\system\nls\6
\rsync\system\nls\12\rsyncnrm.msg
\rsync\system\nls\13\rsyncnrm.msg
\rsync\system\nls\4\rsyncnrm.msg
\rsync\system\nls\6\rsyncnrm.msg
Die Dateien in die vorhandene Struktur des Servers ablegen (z.B. in der Regel):
SYS:/login
SYS:/system
SYS:/system\nls
usw.
Dann geht man auf die Konsole und führt folgende Kommandos aus:
search add sys:\rsync
load rsyncnrm.nlm
Damit fügt man den Pfad von rsync zur Suchpfadvariable hinzu und läd das Rsyncd-Modul.
Jetzt kann man die Konfigurationsdatei anpassen, die beim Laden des Moduls erstellt wurde (SYS:/ETC/rsyncd.conf):
uid = nobody
gid = nobody
max connections = 10
syslog facility = local5
pid file = SYS:/rsync/rsyncd.pid
log file = SYS:/rsync/rsyncd.log
motd file = SYS:/rsync/rsyncd.motd
[SYS]
path = SYS:/
comment = SYS
read only = yes
use chroot = no
timeout = 3600
hosts allow=192.168.1.1
hosts deny=*
Ich habe hier nur mal die Konfiguration für das Volume SYS hinterlegt. Wichtig ist hier: Der Name zwischen den eckigen Klammern ist der Name, welcher bei BackupPC als “RsyncShareName” hinterlegt werden muss. Bei “hosts allow” trägt man die IP-Adresse des BackupPC-Servers ein. Wenn man weitere Volumes sichern möchte, dann muss man den entsprechenden Block einfach kopieren und anpassen.
Anpassung der Datei SYS:/rsync/rsyncstp.ncf
REM Single Server:
REM
REM Replace <IP> with the ip address to which the Rsync Daemon will bind
REM or if no ip address was specified, use 0.0.0.0 for <IP>
sys:rsync/rsyncdn Rsync0.0.0.0:873
Hierbei handelt es sich um das Script, welches beim entladen des Moduls ausgeführt wird.
Anpassung der Datei SYS:/rsync/rsyncstr.ncf
REM Single Server:
REM
REM Rsync will assume that RSYNCD.CONF is in SYS:\ETC
REM and that the certificate being used is SSL CertificateIP
REM
sys:rsync/rsyncst
rsync -v –progress –port=873 –daemon –config=sys:etc/rsyncd.conf
Dies ist das entsprechende Start-Script.
Außerdem sollte man noch die Datei SYS:/system/autoexec.ncf anpassen, damit das Modul beim Starten des Servers mit geladen wird:
SEARCH ADD SYS:\RSYNC
load rsyncnrm.nlm
Das wars auch schon. Nun kann man testen, ob BackupPC ein Backup per Rsync vom Netware-Server ziehen kann. Ich hoffe ich konnte mit der Anleitung dem ein oder anderen weiterhelfen, der vor dem selben Problem wie ich stand.